Beim Wort „Isolierungen“ denkt man gemeinhin an die Schicht aus üblicherweise erdölbasiertem Material, das zwischen zwei Schichten der Wand verlegt wird, um so eine gute Wärmedämmung zu erhalten. Das ist allerdings nur ein Teil dessen, was es in der Welt der Isolierungen tatsächlich gibt. Im Artikel dieses Monats befassen wir uns deswegen mit natürlichen Dämmmaterialien sowie mit dem Thema Aussendämmungen, das seit geraumer Zeit mehr Aufmerksamkeit erhält. Gerade in Sachen Umweltschutz sind diese nämlich höchst erfolgsversprechend!

Tatsächlich wurden natürliche Dämmstoffe bereits seit Generationen verwendet, war Erdöl doch vor ein paar Jahrhunderten im Westen nicht einmal bekannt. In ganz alten Häusern findet man bei der Renovation häufig immer noch alte Zeitungen, die als Dämmstoff verwendet wurden. Altpapier ist denn auch weiterhin einer der Stoffe, mit dem man sein Haus isolieren kann. Durch neueste Techniken wurde die Dämmwirkung aber natürlich massiv verbessert! So wird Altpapier heute zum Beispiel zu kleinen Flocken zerkleinert, mit Dampf behandelt und zu Platten gepresst. Oftmals werden zur Stabilisierung weitere Fasern, wie zum Beispiel Jutegarn, und auch Aluminiumsulfat und Borsalze für den Brandschutz eingearbeitet. Zellulosefasern können aber auch – oftmals mit Holzfasern vermengt – als Dämmung in Hohlräume geblasen werden.

Weitere Stoffe, die als Isolierungen verwendet werden, sind Stroh, Kork, Hanf oder gar Wolle. Wer Architektur studiert hat oder mit einem Architekten befreundet ist, der dürfte davon schon gehört haben. Gerade im Studium forscht man nämlich sehr häufig an der Verwendung von Stoffen wie Stroh und Hanf im Hausbau. Wer sich hierfür interessiert, für den könnte zum Beispiel die Forschung der Technischen Universität Wien zum Thema Stroh als Dämmstoff äusserst interessant sein. Verwendet wird hierfür Getreidestroh, das in individuelle Dämmblöcke gepresst wird. Für die Herstellung wird also im Gegensatz zu unnatürlichen Materialien kaum Energie benötigt und trotzdem eine hohe Dämmwirkung erreicht! Und auch Wolle wird von immer mehr Menschen für die Isolierung von Häusern verwendet.

Natürliche Materialien wurden optimiert und sind durch ihre Eigenschaften den künstlichen Materialien in Sachen Dämmwirkung, Schalldämmung und Feuchtigkeitsaufnahme haushoch überlegen. Reine Schafwolle kann zum Beispiel hat ausgezeichnete, feuchte regulierende Eigenschaften: sie kann bis zu 40% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und danach wieder abgeben. Sie ist zudem schalldämmend und bindet Schadstoffe. Zu erwähnen ist auch die bessere Verträglichkeit für Allergiker sowie die Tatsache, dass durch die Beimischung von mineralischen Salzen die Mäuse diese Isolations-Art nicht mögen sowie die Brandschutzwerte ausgezeichnet sind!

Besondere Vorteile haben Naturdämmstoffe durch ihre wärme speichernde Wirkung im Sommer. Wenn es draussen heiss ist, dauert es bei Naturmaterialien bis zu acht Stunden länger als bei konventionellen Dämmungen, bis die Hitze nach innen vor dringt. Bei Kälte hingegen wird eine dickere Schicht benötigt, um die Wärme ebenso effektiv im Haus zu halten, wie dies konventionelle Materialien können. Die Anschaffungskosten sind durch die Materialpreise und diese benötigte Dichte und Dicke natürlich grösser – dafür sind natürliche Materialien aber wesentlich umweltverträglicher, gesünder für die Bewohner und auch abbaubar.

Ebenfalls im Kommen sind in Sachen Isolierungen Aussendämmungen von Häusern. Mit diesen kann man 10 bis 20 Prozent des Energieverbrauchs einsparen! Und auch hier können natürliche Dämmstoffe eingesetzt werden. Eine ETH/CEPE-Studie empfiehlt eine Wärmedämmung von mindestens 12 Zentimetern, um so den Energieverlust auf ein Minimum zu reduzieren und die Wärmedämmung sowie den Wohnkomfort zu erhöhen. Aussendämmungen halten zwischen 30 und 50 Jahre und haben nebst der wärmedämmenden Wirkung auch feuchtigkeitsregulierende sowie schalldämmende Eigenschaften. Da die Materialien aber durch Feuchtigkeit beschädigt werden können, muss man sie zusätzlich schützen und kann sie im Sockelbereich nicht einsetzen.

An einer fachmännisch angebrachten Aussendämmung kann sich kein Schimmel bilden. Sie ist zudem effektiver, als die Innendämmung, verringert die Raumgrösse nicht und führen nicht zu einer Erschwerung der Montage von Möbeln und Heizkörpern. Allerdings kann sie nicht an Häusern angebracht werden, die unter Denkmalschutz stehen, da die Dämmung die Aussenansicht verändert!

In Sachen Aussendämmung werden derzeit zahlreiche Lösungen entwickelt, die bald auch ihren Weg auf den Markt finden könnten. So hat zum Beispiel das EASEE-Projekt zu energieeffizienten Aussendämmungen der italienischen Ingenieurfirma D’Appolonia S.p.A. letzthin in den EU einen Preis gewonnen. Das Projekt wurde von der Europäischen Kommission unterstützt und 2016 abgeschlossen. Anhand mehrerer Demogebäude wurden Resultate gemessen, ausgewertet und eine stark verbesserte Wärmedämmung festgestellt. Es ist zu erwarten, dass wir dieses Produkt bald auf dem Markt sehen werden. Mehr Dokumentation zu dem EASEE-Projekt gibt es hier!

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